Musikclub

04. 03. 2019, 19:00 Uhr, Veranstaltungssaal im TIetz 

Das "mächtige Häuflein" in Rußland     - neue Erkenntnisse - 

  Ref.:Dr. Kiril Georgiev

 Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar

Fünf Komponisten des „Mächtigen Häufleins“ bestimmten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts neben Peter Tschaikowski den großen Aufbruch der russischen Musik im Zuge der formellen Aufhebung der Leibeigenschaft 1861. Nach dem Vorbild vor allem von Michail Glinka schufen sie weltberühmte Opern wie „Fürst Igor“ (Alexander Borodin), „Boris Godunow“ und „Chowanschtschina“ (Modest Mussorgski) sowie „Das Märchen vom Zaren Saltan“ und „Der Goldene Hahn“ (Nikolai Rimski-Korsakow). Neben weniger bedeutenden Bühnenwerken wie „William Ratcliff“ (Cesar Cui) entstanden zudem erste nennenswerte Sinfonien innerhalb ihres Landes (auch aus der Feder ihres Spiritus rector Mili Balakirew) sowie zahlreiche Kammermusik- und Klavierwerke, von denen Mussorkskis Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel größten Bekanntheitsgrad erlangte.

Um etwa die schwerwiegende Idee einer Nationaloper zu realisieren, griffen diese Autoren nicht nur auf bedeutende Literaten wie Puschkin und deren Stoffe zurück, sondern ebenso auf modal-harmonische Volkslied-Intonationen und unregelmäßig Rhythmen ihrer Sprache. Zur besonderen Herausforderung – auch für die Rezipienten – wurden dabei die Werke Richard Wagners, der bereits 1863 in Petersburg und Moskau gastierte und dabei Ausschnitte aus „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ vorstellte.

Als profunder Kenner dieser auch als „Novatoren“ bezeichneten Komponistengruppe sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts „Wagner-Sammlung in Eisenach“ am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena wird Dr. Kiril Georgiev neue Erkenntnisse präsentieren, die sicher gerade in der Stadt mit einer der ersten deutschen Aufführungen von Wagners „Parsifal“ außerhalb von Bayreuth auf besonderes Interesse stoßen. Alle Musikliebhaber sind dazu herzlich eingeladen. (CS)

 

Chemnitzer Musikverein e.V., Musikclub
Veranstaltungssaal im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz.
Der Eintritt ist frei.

01.04.2019, 19:00 Uhr, Veranstaltungssaal im Tietz

Janusköpfig

 Alte auf der Opernbühne - ein munterer Gang durch die Oper

 Referentin: Prof. Dr. Helen Geyer,

Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar

Die international außerordentlich geschätzte und in Chemnitz durch bisher 3 Vorträge sehr beliebte, bewunderte Musikwissenschaftlerin spricht am 1. Tag ihres verdienten (Un-)Ruhestands sicher nicht ohne besonderes Lächeln über „Alte auf der Operbühne – eine ambivalente Erscheinung“. So teilt sie selbst mit und schreibt weiter über ihr Thema: „Meist verbinden sich Assoziationen mit dem „komischen“ / der „komischen“ Alten, wie es seit dem Mittelalter ein beliebter Topos ist. Häufig sind es Ammenfiguren oder auch der Liebe zu einer sehr viel jüngeren Dame oder einem jüngeren Mann zugetane Persönlichkeiten. Diese Figuren bevölkern hauptsächlich die komische Oper, die opera buffa , meist in derb-ironischen Konfigurationen auf der Bühne. Sie stammen aus den Traditionen der commedia dell‘arte. Doch damit erschöpft sich die Präsenz der Älteren auf der Opernbühne keinesfalls: Die Älteren übernehmen Ratgeberrollen oder sie stehen für Zeitenbrüche. Sie sind involviert in Umschwünge der Politik und der Gesellschaft. In einer oft derben Konfrontation mit der jüngeren Generation brechen andere ethische und gesellschaftliche oder politische Vorstellungen auf. Nicht zuletzt ist mit dem Alter oft das Nachdenken und Grübeln über den Fortgang der Zeit verbunden sowie die Auseinandersetzung mit fundamentalen Lebensentscheidungen.

In einem beispielhaften Gang durch die Operngeschichte von Monteverdi über Pergolesi, Mozart, Wagner, Strauss bis Britten werden solche Momente diskutiert und erläutert.“

Alle Musikliebenden sind dazu herzlich eingeladen.

Chemnitzer Musikverein e.V., Musikclub
Veranstaltungssaal im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz.

Der Eintritt ist frei.

06.05. 2019, 19:00 Uhr, Veranstaltungssaal im Tietz

Clara Schumann - eine einzigartige Frauenkarriere im 19. Jahrhundert

 

Ref.: Dr. Thomas Synofzik

 Direktor Schumannhaus Zwickau

 

Chemnitzer Musikverein e.V., Musikclub
Veranstaltungssaal im Tietz, Moritzstraße 20,09111 Chemnitz.
Der Eintritt ist frei.

03.06. 2019, 19:00 Uhr, Veranstaltungssaal im Tietz

Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy

Ein ungewöhnliches Geschwisterpaar

 Ref.: Prof. Dr. Johannes Forner, Leipzig

 Der bekannte, international ausstrahlende Musikwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Forner ist gern gesehener, wiederholter Gast des Chemnitzer Musikvereins. Hier referierte er bereits äußerst eindrucksvoll – auf der Grundlage seiner entsprechenden Bücher ­– über den berühmten Dirigenten Prof. Dr. h.c. Kurt Masur sowie über Johannes Brahms. Im diesjährigen Musikclub spricht der ehemalige Chefdramaturg des Leipziger Gewandhauses und Emeritus der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig über Fanny Hensel sowie über deren Bruder, den Namensgeber jener Bildungseinrichtung, in der sich Johannes Forner als erster Prorektor nach der Friedlichen Revolution von 1989 außerordentliche Verdienste erworben hat. Selbst bemerkt er zu seiner Konzeption:

„Der Blick richtet sich auf zwei musikalisch Hochbegabte – Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy – in ihrer unzertrennlichen Geschwisterliebe bei unterschiedlichen Lebensentwürfen. Nicht nur Antisemitismus wirkt sich aus, sondern Fanny bekommt zu spüren, dass ihr Wirken an die Grenzen des traditionellen Frauenbildes stößt. Keine Chancengleichheit bei gleicher Begabung.“

Chemnitzer Musikverein e.V., Musikclub

Veranstaltungssaal im Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz.
Der Eintritt ist frei.